(1970-72)














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Die Hippie-Zeiten standen gerade schön in Blüte, als der Gymnasiast Hermann Delago mit drei Freunden die Rockband Klockwerk Orange gründete. Der Bandname war vom orangen Schlagzeug des Drummers Wolfi Böck abgeleitet ("klocken" bedeutet auf gut Älplerisch "schlagen"). Weiters dabei: Markus "Wak" Weiler an den Keyboards und Guntram Burtscher am E-Bass. Delago spielte (neben Trompete und Keyboard) die E-Gitarre - bei Bühnenauftritten wie ein Hohepriester des neuen Tiroler Progressiv-Rocks in ein kuttenähnliches weißes Gewand gehüllt.

v. l. n. r.: Guntram Burtscher, Wolfgang Böck, Hermann Delago, Markus (Wak) Weiler

"Geprobt haben wir bei mir daheim in Zams", erzählt Delago, "der Proberaum entwickelte sich zu einem Treff für die regionale Hippie-Generation..." Man trug lange Haare, Flower-Power und der Duft besonders aromatischer Rauchwaren lagen in der Luft, wenn am eigenen "Colour-Sound" gefeilt wurde, der sich an dem orientierte, was die Zeit an Gutem, Lautem und Psychedelischem bot: Eela Craig und Isaiah, Exeption, Genesis, EL&P, Pink Floyd oder King Crimson. "Ich selbst war damals gebannt zwischen Brucknersymphonien, Neo-Romantik und typischer Rock-Musik der 70er", erinnert sich Delago.

Roadie-Crew: Kurt Lastei +, Roland Böck, Ossi Wechner mit Equipment-Aufbau im "Umma-Gumma"- Style...

"Wir haben ausschliesslich eigene Musik gespielt", betont er, "es waren keine Songs, sondern durchkomponierte Werke von längerer Dauer...". Weiler, damals Musikstudent in Innsbruck, und Delago lieferten die musikalischen Ideen, Böck und Burtscher den rhythmischen Background. Im vorwiegend instrumentalen Sound spielte der Synthesizer eine wichtige Rolle - ein neues Instrument dieser Zeit.

KLOCKWERK ORANGE Live im Volkshaus Schwaz 1975Drummer Wolfi am "Klock-werk"

Klockwerk Orange traten bei etwa 20 Konzerten in ganz Tirol auf, zu denen die Fans mit dem Schlafsack pilgerten. Der Sound wurde zwischen Licht und Rauchschwaden auf der Bühne zelebriert.(Techniker war Roland Böck, damals Elektriker-Lehrling; heute lebt er als freischaffender Künstler in Wien, er gestaltete das Coverbild für Delagos CD "Gado Gado" ). Alles war aufregend - auch dass man damals eine eigene Langspielplatte aufnahm, die den Titel Abrakadabra trug und von den Burschen mit stattlichen 18.000 Schilling selbst vorfinanziert wurde. 15 Instrumente, davon 6 Keyboards, kamen zum Einsatz - die komplexen Stücke trugen Namen wie "DuonyunohedeprincesR" und "The Key". (Aufgenommen wurde die LP übrigens von einem gewissen Franz Koch in Elbigenalp, es war eine seiner ersten Produktionen. Heute führt er mit Koch-Records bzw. KDG einen Weltkonzern).

Delago lacht: "Damals als Gymnasialschüler zum Musikunterricht eine Rock-LP mitzuehmen war ziemlich cool, ich brachte meine eigene, das war natürlich ganz was besonderes....


LINKS zu Klockwerk Orange:

Als Schnäppchen um EUR 911,-- in ebay entdeckt!!!

http://www.progarchives.com/artist.asp?id=2324

http://www.krautrock-musikzirkus.de/de,Klockwerk-Orange_589,N.html

http://www.discogs.com/Klockwerk-Orange-Abrakadabra/release/2014777

http://hardvacas.blogspot.com/2009/10/klockwerk-orange-abrakadabra-1975.html

http://www.youtube.com/watch?v=xKkfkH_Wj64 

http://psychic.tistory.com/187 

http://paranart.tistory.com/9853











1970 - 1972
"Wir wurden als ,harte Band' bezeichnet - dabei waren wir eigentlich ganz brave Buben, die im Dorfcafe Kuchen gegessen und Erdbeermilch getrunken haben..." Doch: Volksmusik oder Schlager galten damals rundum als die üblichen Betätigungsfelder für Musiker. Das Quartett Satisfaction of Night hingegen war eine der ersten "modernen" Bands im Tiroler Oberland. Delago war mit 13 Jahren der Jüngste und spielte am Schlagzeug - neben den beiden Gymnasiasten Markus Pezzei (Bass) und Christian Schatz (Solo-Gitarre) sowie dem Buchdruckerlehrling Günther Platter (Rhythmus-Gitarre), der mit 16 der Älteste der Band war (Platter ist heute Verteidigungsminister der Rep. Österreich).



SATISFACTION OF NIGHT mit weiblichen Fans 1971 v.l.n.r. Markus Pezzei +, Christian Schatz +, Hermann Delago, Günther Platter
1. Pictures of Matchstickman
2. Eigenkomposition (Titel?)
3. Eigenkomposition "Power"
4. The Nile Song
Günther Platter, Landeshauptmann von Tirol singt
Pink Floyd! (live 1972)

5. Good good Donar
6. Paranoid

Gespielt wurden vorwiegend Covers - etwa von CCR, den Beatles oder den Rolling Stones. Mit einigem Erfolg: Weibliche Teenager im Minirock umschwärmten die vier adretten, jungen Musiker (wie zumindest alte Fotos belegen). Satisfaction of Night ("Erfüllung einer Nacht") siegte bei einem Bandwettbewerb - und sie hielten ihren Sound auf einem neuen Aufnahmegerät fest, dem Kassettenrekorder. Delago: "Die älteste Compact-Cassette, die ich im Haus habe, stammt aus dieser Zeit und trägt Aufnahmen von Satisfaction of Night"

Günther Platter (g), H. Delago (dr), Open Air - Serfaus (1971)

Der spätere tragische Tod von zweien der ehemaligen Bandmitglieder überschattet die Erinnerung an die erste Jugendband Delagos: "Markus Pezzei, er war einfach ein genialer Typ. Vielseitig talentiert, ein guter Sportler und Vorzugsschüler. Und Christian Schatz - ein höchst talentierter Musiker und Physiker. Seine Elektro-Gitarre hat er sich selber gebaut...". Bei beiden musste davon ausgegangen werden, dass sie den Weg in den Tod selbst gewählt haben. C'est la vie...Satisfaction of Night

v.l.n.r. Hermann Delago, Christian Schatz +, Günther Platter, Markus Pezzei + (1970)



Günther Platter (Landeshauptmann von Tirol), Hermann Delago
ORF - Benefizgala Kongresshaus Ibk, 2002